Christian B. hatte vor wenigen Wochen bei uns seine Abschlussprüfung zum Fachpraktiker Zerspanungsmechanik – mit dem guten Gefühl, bereits ein Jobangebot in der Tasche zu haben. Dass er einmal an diesem Punkt stehen würde, war jedoch alles andere als selbstverständlich.
Nach seinem Fachabitur und zwei Semestern Maschinenbau änderte ein schwerer Unfall 2017 sein Leben schlagartig: Schädelhirntrauma, sechs Wochen Koma und anschließend intensive Reha. Das Laufen, Sprechen und viele Bewegungen mussten wieder neu gelernt werden. Doch sein Traum, im Metallbereich zu arbeiten, blieb ungebrochen. Nach einem Jahr weiterer Therapien folgten Aufenthalte im Hegau-Jugendwerk und eine Berufsvorbereitung (BvB), durch die er schließlich den Weg in unser BBW fand. Er startete bei uns unterjährig eine BvB und anschließend seine Ausbildung zum Fachpraktiker Zerspanungsmechanik. Seinen Traum weiterhin im Metallbereich zu arbeiten, behielt er fest im Blick: „Schon als Kind habe ich das Arbeiten in der Werkstatt geliebt, mein Vater ist Elektriker und mein großes Vorbild. Nachdem ich mich ins Leben zurückgekämpft habe, war klar: Egal, wie schwer es wird, ich gehe weiter diesen Weg!“ Während der Ausbildung bei uns wohnte er im Internat und knüpfte bald neue Freundschaften, denn ähnliche Schicksale verbinden. In der Metallwerkstatt konnte er seine Leidenschaft ausleben. Besonders das Einrichten der Maschinen und die Faszination aus einem „Klotz Metall“ am Ende ein fertiges Werkstück in der Hand zu halten, begeistern ihn. Das Fachwissen lernte er an modernen Maschinen, wie sie auch in der Industrie verwendet werden oder über digitale Lernunterstützung, wie z.B. über eine berufsfeldspezifische Lernplattform oder Bluetooth-gesteuerte Werkzeuge (wir berichteten). Gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet und hoch motiviert, war es für ihn auch kein Problem mehrere Betriebspraktika, z.B. bei der Sandvik Group zu absolvieren, wo er Werkstücke an CNC-Drehmaschinen herstellte und anschließend die Qualitätskontrolle übernahm. Sein letztes Praktikum absolvierte er in einem Unternehmen, das Präzisions-Drehteile produziert in der Nähe seines Wohnortes. Gerade die Arbeit mit extrem präzisen, kleinen Werkstücken faszinierte ihn und überzeugte das Unternehmen mit seiner Leistung so sehr, dass er bereits vor seiner Abschlussprüfung ein Jobangebot erhielt.
Seine Geschichte zeigt: Auch wenn das Leben durch Krankheit oder einen Unfall aus der Bahn gerät, lohnt es sich, für seinen Traum zu kämpfen. Oder wie er es selbst sagt: „Egal, was passiert – wenn ihr etwas wirklich wollt, gebt nicht auf. Der Weg kann auch mal steinig werden, aber er ist es wert. Ich bin meinen Ausbildern, den Therapeuten, dem Internats- und Fachdienstteam im BBW sowie allen, die an mich geglaubt haben, sehr dankbar!“














